Handeln auf Basis fundamentaler Daten
Es ist wichtig, zu wissen, welche Marktdaten die Devisenkurse beeinflussen, um sowohl vor als auch während der Veröffentlichung dieser Daten die richtigen Trades durchzuführen.
Welches sind die Schlüsselindikatoren?
Trader beurteilen den Wert einer Währung bzw. des hinter der Währung stehenden Wirtschaftsraumes auf Basis der Wirtschaftsdaten. Allerdings haben verschiedene Wirtschaftsdaten auch unterschiedlich starken Einfluß auf den jeweiligen Wert der Währung. Nachfolgend finden Sie eine Liste der wichtigsten Indikatoren. Bei den Wirtschaftsdaten wird zwischen sogenannten „leading” (sprich: vorausschauenden) und „lagging” (sprich: bestätigenden) Indikatoren unterschieden.
Die sog. „leading” Indikatoren verändern sich bereits, bevor sich die Wirtschaft(ssituation) eines Landes verändert – sie dienen also vor allem der Prognose evtl. Veränderungen.
Demgegenüber verändern sich die „lagging“ Indikatoren (erst) dann, nachdem die Wirtschaft(ssituation) eines Wirtschaftsraumes sich bereits verändert hat – diese Indikatoren haben also insbesondere eine bestätigenden Funktion.
Wesentliche Indikatoren
Bruttoinlandsprodukt (engl. „GDP”)
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gibt den Gesamtwert aller Güter (Waren und Dienstleistungen) an, die innerhalb eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen. Das BIP gibt an, mit welcher Geschwindigkeit eine Volkswirtschaft wächst (oder schrumpft) und gilt als der umfassendste Indikator bezüglich des Wachstums.
Industrieproduktion
Dieser Indikator gibt sowohl an, wie stark sich die Produktion der Fabriken, Minen/Bergwerke und Energieversorger verändert hat als auch, wie stark diese Produktionskapazität ausgelastet ist.
Das produzierende Gewerbe ist in den großen Industrienationen für ca. ein Viertel der Wirtschaftskraft verantwortlich – aus diesem Grund ist es wichtig, diesen Sektor und seine Auslastung zu beobachten.
Primär-Daten
Einkäufer-Index (PMI)
(In den USA) gibt der frühere Verband der Einkäufer, inzwischen zum „Institute for Supply Management“ umfirmiert, monatlich einen zusammengesetzten Index der nationalen Produktionskonditionen heraus. Dieser Index berücksichtigt Daten zu neuen Aufträgen, Lieferzeiten, Lagerbeständen, Preisen, Arbeitsplätzen sowie Import- und Export-Aufträgen. Darüber hinaus gibt es produktions- und nicht-produktionsbezogene Subindizes.
Produzenten-Preis-Index (PPI)
Dieser Index mißt die durchschnittlichen Änderungen bei den Verkaufspreisen der US-Inlandsunternehmen in den Bereichen Industrieproduktion, Bergwerke, Agrar und Elektrizität.
Die am häufigsten für die Wirtschaftsanalysen verwendeten PPIs beziehen sich auf Vorprodukte, Zwischenprodukte und Endprodukte.
Konsumentenpreisindex (CPI)
Der CPI gibt das durchschnittliche Preisniveau an, das städtische Bewohner für einen definierten Warenkorb von Waren und Leistungen bezahlen. Die Angaben beziehen sich auf mehr als 200 Kategorien.
Der CPI berücksichtigt darüber hinaus verschiedene Nutzungsgebühren bzw. Steuern, die in direktem Zusammenhang mit den in Anspruch genommenen Leistungen stehen.
Langlebige Gebrauchsgüter
Dieser Index gibt den Umfang der neu bei inländischen Herstellern plazierten Aufträge an, der sich auf kurzfristig bzw. zukünftige auszuliefernde langlebige Gebrauchsgüter bezieht. Langlebige Gebrauchsgüter sind solche mit einer typischen Verwendungszeit von mindestens drei Jahren.
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten stellen Unternehmen und Endkonsumenten den Kauf langfristiger Gebrauchsgüter meist zurück – aus diesem Grund liefert dieser Index nützliche Informationen bezüglich des Konsumentenverhaltens.
Arbeitsplatzkosten (ECI)
Dieser Index gibt an, wieviel Teil- bzw. Vollzeitstellen in mehr als 500 Industriesegementen sowie der öffentlichen Verwaltung der US bestehen.
Sekundär-Daten
Einzelhandelsverkäufe
Dieser Index mißt die US-weiten Einzelhandelsumsätze. Er gilt als Frühindikator für das Verbraucherverhalten und wird um jahreszeittypische Schwankungen wie Urlaubszeiten oder Feiertage bereinigt.
In den Einzelhandelsumsätzen sind sowohl Verbrauchs- als auch Gebrauchsgüter sowie indirekt erhobene Steuern enthalten, nicht jedoch direkt vom Kunden erhobene Steuern.
Begonnene Neubauten
Dieser Parameter gibt an, bei wie vielen neuen Wohnungseinheiten in diesem Monat mit dem Bau begonnen wurde. Hierunter wird der Beginn der Erdarbeiten verstanden.
Der Immobilienbereich zählt zu den ersten Sektoren, der auf Zinsanpassungen reagiert. Starke Veränderungen bei der Zahl der Neubauten lassen typischerweise darauf schließen, daß sich die Zinssätze einem Umkehrpunkt nähern. Es lohnt sich, auf die prozentualen Veränderungen gegenüber den Vormonaten zu achten. Dieser Indikator wird meist zur Monatsmitte veröffentlicht.