Forex : Vergangenheit, Status Quo und die Zukunft
Die Geschichte des Devisenhandels
Die Geschichte des Devisenhandels reicht zurück bis in das Mittelalter, nachdem das erste Papiergeld eingeführt worden war. Diese stellten übertragbare Zahlungsansprüche für die Händler dar – ähnlich wie eine Schuldverschreibung. Verschiedene Nationalstaaten, Provinzen und Städte begannen damit, Gold, Silber und andere Wertgegenstände zu sammeln und stellten hierüber entsprechende Schuldverschreibungen aus.
Bis zum Ende des ersten Weltkrieges waren die Wechselkurse zwischen den verschiedenen Währungen stabil – nicht zuletzt aufgrund des nur geringen Handelsvolumens. Dies änderte sich nach dem ersten Weltkrieg, da zunehmend auch Spekulanten an den Märkten aktiv wurden.
Viele der frühen Spekulanten verloren insbesondere in der Weltwirtschaftskrise große Beträge – es gibt gute Argumente dafür, daß die Krise sogar durch ein Übermaß an Spekulation ausgelöst wurde. Die Politik kümmerte sich aus diesem Grund ab 1931 vermehrt um die Devisenmärkte, nachdem deren wachsende Bedeutung erkannt worden war.
Die Vereinbarungen von Bretton Woods
Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Bretton Woods-Vereinbarungen getroffen. Die teilnehmenden Staaten erklärten sich dazu bereit, feste Wechselkurse gegenüber dem USD sowie dem Goldpreis festzulegen – nicht zuletzt aufgrund der Rolle der USA als weltweit stärkster Wirtschaftskraft. Es waren somit anderen Ländern nicht (mehr) möglich, ihre Währungen abzuwerten und sich auf diesem Wege Handelsvorteile zu verschaffen. In begründeten Ausnahmefällen durften sie Währungsanpassungen von bis zu 10 % vornehmen
Während der 50er Jahre stieg die Zahl der internationalen Währungstransaktionen vor allem aufgrund des weltweiten Wiederaufbaus. Dies führte dazu, daß die Währungskurse der Bretton Woods-Länder instabil wurden.
Gesamtsituation soweit verändert, daß die Bretton Woods-Vereinbarungen nicht länger aufrechterhalten werden konnten. Der US-Präsident sah sich dazu gezwungen, die Kopplung des Dollars an die Goldreserven aufzugeben, um durch das Drucken weiteren Geldes den Vietnam-Krieg weiterfinanzieren zu können. Ab 1973 wurden die Wechselkurse der großen Industrienationen freigegeben, es entstand ein freier Devisenhandel(smarkt). Die Preise veränderten sich nun täglich, wobei das Handelsvolumen bis zum Ende der 70er Jahre stark anstieg. Diese Veränderungen wurden begleitet von der Schaffung neuer Finanzinstrumente sowie einer zunehmenden Deregulierung.
Der Devisenhandel heute
Viele Faktoren haben zur heutigen Struktur des Devisenhandels geführt.
Seit dem Ende der 70er Jahre hat die Zahl der Marktteilnehmer stark zugenommen, darunter Banken, Hedgefonds, Broker sowie einzelne Trader. Die Devisenmärkte werden heute nicht von Zentralbanken bzw. Regierungen geprägt, sondern vom Zusammenspiel zwischen Angebot und Nachfrage. Diese Struktur paßt perfekt zu den offenen Märkten des 21. Jahrhunderts.
Das starke Wachstum und die zunehmende Technologieorientierung der Devisenmärkte haben dazu geführt, daß Devisen heute zwischen Sonntag abend und Freitag abend rund um die Uhr gehandelt werden können. Durch die zunehmende Verfügbarkeit des Internets haben nun auch Privatanleger Zugang zu diesem globalen Markt.






